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Übersicht - beeindruckend kurios unglaublich erstaunlich
beeindruckend - Rätsel der Wissenschaft-2
Der Mythos Atlantis
Seit nunmehr 2400 Jahren - und genauso lange wurden Mutmaßungen über dieses Rätsel angestellt -
existiert die Legende vom glorreichen Inselreich Atlantis (benannt nach dem Riesen Atlas) das auch
unter dem Synonym "Der achte Kontinent" bekannt ist.
Tausende Bücher wurden über diesen Kontinent geschrieben und bedenkt man noch die Tatsache das dieser
Landstrich gar nicht existiert, sieht man welch eine Welle der Begeisterung das Phänomen Atlantis über
die Jahrhunderte ausgelöst hat.
Alte Mythen schaffen es immer wieder in ruhelosen Menschen den Forscherdrang zu beleben. So war es auch
Schliemann, der angeregt durch Homers alte Mythen den Weg nach Troja fand - der Wegweiser dazu war in
der Ilias, dem Gedicht über den Trojanischen Krieg.
Gerade am Beispiel Troja aber auch am "Alten Testament" sieht man das alte Mythen keine Märchen
sondern geschriebene Geschichten sind.
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Alles Rätselraten um Atlantis geht auf einen Mann zurück: den griechischen Philosophen Platon.
Ende des fünften bis Mitte des vierten Jahrhunderts vor Christus lebte er als Bürger des
Stadtstaates Athen. In seinen Schriften "Kritias" und "Timaios" berichtet er von einem
angeblich 9.000 Jahre zurückliegenden Krieg zwischen Athen und einem mächtigen Angreifer: dem
Königreich Atlantis.
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Dieses Atlantis soll eine Insel von gewaltigen Ausmaßen gewesen sein, größer als Asien und Libyen
zusammen (Damals hielt man Asien noch für weitaus kleiner, als uns bekannt ist).
Platons Angaben zufolge lag sie außerhalb der "Säulen des Herakles" - der heutigen Meerenge von
Gibraltar - im Atlantischen Ozean. Eine der beiden Erzählungen greift bis auf den Gründungsmythos
zurück:
Wie der Meergott Poseidon das Königsgeschlecht von Atlantis mit einer sterblichen Frau zeugte. Und wie
er seine zehn Söhne als Teilkönige einsetzte, wobei der dem ältesten Atlas - dem Namensgeber von Insel
und Meer - die Oberhoheit übergab.
Vor allem die Hauptstadt von Atlantis schildert Platon bis ins Detail:
Die mächtige Königsburg im Zentrum mit dem prächtigen Poseidontempel. Die drei breiten Wasserringe, die
sie schützend umgaben. Die drei Häfen mit ihrem lebhaften Treiben und die zahlreichen, dicht gedrängt
stehenden Wohnhäuser. Außerdem hebt Platon hervor, wie reich das ganze Land an Nahrung und
Bodenschätzen war. Und wie mächtig seine Armee.
Eine glückliche Insel also, dessen Bewohner allerdings mit der Zeit durch Macht und Reichtum verdorben
wurden. Wofür sie, wie Platon berichtet, auch bitter büßen mussten:
Erdbeben und Überschwemmungen ließen Atlantis innerhalb eines Tages und einer Nacht im Meer versinken.
Soweit die Aussagen des griechischen Philosophen, der sich im "Timaios" auf einen ägyptischen Priester
als Quelle beruft. Können diese Erzählungen als historische Tatsachenberichte gelten? Gab es Atlantis
also wirklich? Und wo lag es genau? Oder handelt es sich lediglich um einen Mythos, mit dem Platon
seine politischen Theorien veranschaulichen wollte? Unzählige Wissenschaftler und Amateurforscher sind
diesen Fragen nachgegangen. Gelöst ist das Rätsel bis heute nicht - obwohl viele spannende und
interessante Antworten gegeben wurden.
Zunächst kümmerte sich lange Zeit kaum jemand um Platons Atlantis-Erzählungen. Erst zweitausend Jahre
später gruben die Gelehrten der italienischen Renaissance die alten Geschichten wieder aus - und nahmen
sie wörtlich.
Wollte Kolumbus eigentlich Atlantis entdecken?
Kolumbus, der in diesen Kreisen verkehrte, hoffte, nicht nur den Seeweg nach Indien, sondern auch die
Überreste von Atlantis zu finden. Das von ihm entdeckte Amerika wurde dann prompt für den versunkenen
Kontinent gehalten - obwohl es eindeutig über Wasser lag.
Die Suche nach dem historischen Atlantis ging jetzt erst richtig los:
Im 17. Jahrhundert kam der Jesuitenpater Athanasius Kircher zu dem Schluss, der mythische Kontinent sei
im Gebiet der Azoren-Inseln zu finden.
200 Jahre später nahm der Amerikaner Ignatius Donnelly diese These auf und erklärte den sogenannten
Delphinrücken, eine unterseeische Erhebung im Azorengebiet, zum abgesunkenen Atlantis.
Katastrophentheorie
Der deutsche Forscher Otto Muck schließlich glaubte, auch die Ursache für die Katastrophe gefunden
zu haben: Ein Asteroideneinschlag habe die Insel im Atlantik versenkt.
Beweise dafür gibt es allerdings keine.
Vielleicht hat eine gewaltige Katastrophe des Altertums Platon zu seiner Atlantis-Erzählung inspiriert.
Um 1650 vor Christus wurde die griechische Vulkaninsel Santorin von einer Serie gewaltiger Ausbrüche
erschüttert.
Der niederregnende Bimsstein bedeckte Dörfer und Städte mit einer bis zu 60 Meter dicken Schicht,
später versank ein großer Teil der Landmasse im Meer.
Bei dem heutigen Dorf Akrotiri graben Archäologen gerade eine damals verschüttete Siedlung aus - eine
Art zweites Pompeji. Ihre prachtvollen Wandmalereien zeugen von einer reichen Hochkultur, ähnlich der
des minoischen Kreta.
Weitere Theorien:
Eine spannende Theorie, welche die platonische Erzählung ebenfalls im Ägäisraum der Bronzezeit
ansiedelt, stammt von dem Schweizer Geoarchäologen Eberhard Zangger.
In seinem 1992 erschienenen Buch "Atlantis" stellte er die Gleichung auf:
Atlantis = Troja
Seiner Ansicht nach bezieht sich Platon auf dieselben historischen Ereignisse wie der griechische
Dichter Homer in seiner "Ilias". Zanggers Argumente lauten:
Der Krieg zwischen Athenern und Atlantis´ Armeen ist in Wirklichkeit derjenige zwischen Griechen und
Trojanern. Auch haben die bei Platon überlieferten Naturkatastrophen, welche gleichfalls die Athener
trafen, tatsächlich um 1200 vor Christus stattgefunden:
Damals läuteten ein Erdbeben und ein furchtbarer Erdrutsch den Untergang der mykenischen Kultur in
Griechenland ein.
Und schließlich lässt sich im ausgegrabenen Troja und seiner Umgebung die Beschreibung der atlantischen
Hauptstadt wiedererkennen - mit ihren Ringkanälen und ihren Häfen.
Ob Zanggers These aber wirklich haltbar ist, müssen erst genaue Untersuchungen vor Ort zeigen.
Die Spekulationen um Atlantis sind mit diesen Beispielen längst nicht erschöpft.
Vermutet wurde der versunkene Kontinent bereits in allen Weltgegenden - von Grönland über Peru bis
Ceylon. Selbst die Antarktis war schon im Gespräch. Auch Deutschland galt bereits als potentieller
Fundort, genauer gesagt: Das Wattenmeer um Helgoland.
Zur Zeit weckt die von Platon erwähnte Straße von Gibraltar wieder starkes Interesse:
Dort hat der französische Wissenschaftler Jacques Collina-Girard kürzlich eine versunkene Inselgruppe
entdeckt. Allerdings, viele Theorien haben mit Wissenschaftlichkeit nichts mehr zu tun.
So behauptete ein Forscher, das Verschwinden von Flugzeugen und Schiffen im sogenannten
Bermuda-Dreieck
werde durch Laser-Kristallkugeln des versunkenen Kontinents ausgelöst ...
Vielleicht fasziniert uns Atlantis aber gerade deshalb, weil sein Rätsel bisher ungelöst blieb.
So konnte der Mythos um die versunkene Insel Stoff für unzählige Bücher, Spiele, Songs und Filme
liefern, die alle ihr eigenes Atlantis erschufen. Aktuellstes Beispiel ist die neue
Disney-Kinoproduktion "Atlantis. Das Geheimnis der verlorenen Stadt", die mit aufwendiger
Animationstechnik die verlorene Welt wiederauferstehen lässt.
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